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Mittleres Reich

Das Mittlere Reich umfasst in der ägyptischen Geschichte die Zeit von ca. 2010 - 1793 v. Chr..

Für den Beginn der Datierung des Mittleren Reichs wird die Reichseinigung unter Mentuhotep II., in der Mitte der 11. Dynastie, angegeben. Durch den Zerfall des geeinten Ägypten in der Ersten Zwischenzeit war die Macht auf einige Kleinkönige verteilt. Allerdings bildete sich am Ende der 10. Dynastie deren Vormachtstellung in Herakleopolis deutlich heraus. Zeitgleich wuchs die Macht im Süden, als sich in Theben die 11. Dynastie etablierte.

11. Dynastie

Die Reihenfolge der drei oder gar vier thebanischen Könige, die vor Mentuhotep II. geherrscht haben, ist bei den Ägyptologen noch umstritten, da von ihnen verschiedene Angaben existieren. So erscheint Mentuhotep I. auf der Königstafel von Karnak als Vorfahre von Anjotef I., während Mentuhotep II. ihn nicht als König nennt, sondern erst Anjotef I. (Relief vom Schatt Er-Rigal).

Wie dem auch sei, die ersten Könige der 11. Dynastie verhalfen dem ägyptischen Süden zu immer mehr Bedeutung und es war nicht selten, dass Kämpfe mit den nördlichen Königshäusern der 9. und 10. Dynastie ausgefochten wurden.

Auch als Mentuhotep II., der Sohn des Anjotef III., 2054 v. Chr. an die Macht in Theben kam, setzten sich diese Kämpfe fort. Die Reichseinigung wird um sein 32. Regierungsjahr gelegen haben, doch ist der genaue Zeitpunkt dieses Ereignisses nicht bekannt.

Sein Sohn Mentuhotep III. führte eine berühmt gewordene Expedition mit 3.000 Mann durch den Wadi Hammamat zum Roten Meer. Von dort aus sandte er Schiffe in das Land Punt (Nubien).

Mentuhotep IV. scheint ein schwacher König gewesen zu sein. Möglicherweise war der Begründer der 12. Dynastie Amenemhet I. sein Wesir und hat ihn um 1976 v. Chr. gestürzt.

12. Dynastie

Amenemhet I. war wahrscheinlich ein Mann aus dem thebanischen Volk. Mütterlicherseits soll er aus der Gegend um Elephantine stammen. Amenemhet I. stärkte die Macht seiner neu gegründeten Dynastie im ganzen Reich. Er verlegte die Hauptstadt nördlich nach Itj-taui. Amenemhet I. führte die Institution der sog. Mitregentschaft ein. Der alte König ernannte noch zu Lebzeiten einen Nachfolger, mit dem er zusammen regierte.

Sein Sohn Sesostris I. gilt als einer der größten Pharaonen des Mittleren Reichs. Schon als Mitregent seines Vaters ab ca. 1956 v. Chr. leitete er Feldzüge nach Unternubien, das durch eine Reihe von Festungen gesichert wurde. Unter seiner Herrschaft konnten sich die Kunst und die Literatur in einer Blütezeit entwickeln. Sesostris I. baute systematisch an allen wichtigen Tempeln des Landes und ersetzte kleine oftmals in Lehmziegeln erbaute Gebäude durch solche aus Stein.

Sein Sohn Amenemhet II. ist vor allem durch einen in Memphis gefundenen Annalenstein bekannt, auf dem unter anderem Feldzüge nach Palästina erwähnt werden. Ansonsten ist seine Regierunszeit jedoch nicht sehr gut bezeugt. Sein Nachfolger Sesostris II. regierte wohl nur acht oder neun Jahre. Er erbaute seine Pyramide bei el-Lahun, was auf ein verstärktes Interesse des Königs an dem Fajum hindeutet. Der König begann damit, diese Flussoase systematisch zu erschließen. Sesostris III. galt im Bewusstsein der Ägypter als wohl bedeutendster König überhaupt. Herodot und Manetho berichten von zahlreichen Feldzügen, vor allem nach Asien. Diese Unternehmungen sind leider nur schlecht bezeugt, während seine Feldzüge nach Unternubien gut belegt sind. Das unterworfene Gebiet wurde weiter systematisch durch Festungen gesichert. Sesostris III. scheint auch innenpolitisch tätig gewesen zu sein. Die Macht der lokalen Fürsten wurde deutlich eingeschränkt.

Auch die folgenden Pharaonen bis Amenemhet III. regierten das Land mit starker Hand. Über seinen Nachfolger Amenemhet IV. und Königin Nofrusobek ist nicht sehr viel bekannt.

Das Ende des Mittleren Reiches wurde durch Thronstreitigkeiten, Zerteilung und durch das Eindringen der Hyksos hervorgerufen.

Das Mittlere Reich wird oftmals auch als feudale Epoche bezeichnet, tatsächlich gibt es kaum eine andere Periode in der ägyptischen Geschichte, in der man so viele Denkmäler auch in den abgelegensten Provinzen findet. Das Mittlere Reich kann deutlich in zwei Abschnitte unterteilt werden.

Das frühe Mittlere Reich, bis etwa Sesostris II. ist noch stark von den Traditionen der Ersten Zwischenzeit geprägt. Die Pyramiden und Teile der Kunst orientieren sich am Alten Reich.

Das späte Mittlere Reich (ab Sesotris III. bis in die 13. Dynastie) ist durch eine Zentralisierung des Landes gekennzeichnet. Das Herrscherbild zeigt nicht länger einen jungen idealisierten König, sondern einen weisen, von Lebenerfahrungen gekennzeichneten Herrscher. Die Sprache des Mittleren Reiches galt für die folgenden Epochen als klassisch.

Quelle: Wikipedia
 
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