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Dritte Zwischenzeit

Die Dritte Zwischenzeit im Alten Ägypten von 1075 – 652 v. Chr. kennzeichnet den Übergang vom Neuen Reich hin zum Niedergang der traditionellen Pharaonenherrschaft.

In dieser Epoche der ägyptischen Geschichte ist es nicht einfach, die einzelnen Dynastien genau zu trennen. Gerade im Niltal bildeten sich verschiedenste Königshäuser heraus, die in den Städten Memphis, Tanis, Bubastis, Herakleopolis, Hermopolis und Leontopolis residierten. Dazu kamen später noch die nubischen Einfälle im Süden, wo sich neben der Thebanischen Priesterschaft die nubisch/kuschitischen Herrscher etablierten.

Mit dem Beginn der nubischen Herrschaft endet eigentlich die Dritte Zwischenzeit, die resultierende 25. Dynastie ist aber hier der Vollständigkeit halber komplett integriert.

Die thebanische Priesterschaft

Unter Ramses XI. erreichte der Einfluß der Amunspriester in Theben wohl ihren Höhepunkt. Ihnen gehörten zu der Zeit zwei Drittel aller Tempel, ca. 90% der Schiffe und rund 80% der Manufakturen. Daher befand sich fast die komplette ägyptische Wirtschaft in ihren Händen.

Der Hohepriester Herihor taucht irgendwann zwischen dem 12. und 19. Regierungsjahr von Ramses XI in den Annalen auf. Er schwang sich nicht nur zum Vizekönig von Nubien auf, sondern hatte auch das Amt des Wesirs inne. Seine große Machtstellung zeigt sich darin, dass er seinen Namen in einer Kartusche schreiben ließ. Zu sehen ist dies an den Tempelwänden des Chonsu Tempels in Karnak, den er selbst errichten ließ.

Ägyptologen vermuten, dass seine Frau Nodjmet eine Schwester des Rameses XI. war. Damit wäre sein schleichender Aufstieg erklärbar.

Herihors Nachfolger war Pianchi, möglicherweise sein Schwiegersohn.

Pinodjem I., Pianchis Sohn und Nachfolger machte sich einen Namen durch die Restauration von alten Königsmumien, auf denen sein Name auftaucht. Er war Amunspriester zur Regierungszeit von Smendes I.. Seine größte Usurpation ist wohl sein Name auf der kolossalen Sitzstatue von Ramses II. im Vorhof des Tempels von Karnak. Pinodjem I. war mit Henuttaui, einer Tochter Ramses XI., verheiratet und war Vater mehrerer Söhne und Töchter. Psusennes I., der dritte König der 21. Dynastie, war einer seiner Söhne. Mencheperre und Masaharta, zwei weitere Söhne, wurden die Nachfolger im Priesteramt.

21. Dynastie

Die Thronbesteigung des Smendes I. um ca. 1075 v. Chr. kann als Beginn der 21. Dynastie angesehen werden. Über seine direkte Herkunft ist nichts bekannt, aber es ist möglich, dass er seine Legitimation durch die Heirat mit einer der Töchter des Ramses XI. erlangte. Er regierte wohl zumindest eine Zeitlang von Memphis aus, bevor er seine Residenz nach Tanis verlegte.

Der bekannteste König dieser Dynastie ist zweifelsohne Psusennes I., dessen Goldmaske im ägyptischen Museum in Kairo zu sehen ist. Er scheint gute Beziehungen zur thebanischen Priesterschaft gepflegt zu haben, denn sein äußerer Sarkophag gehörte vor ihm Merenptah, dem Nachfolger Ramses II..

22. Dynastie

Die 22. Dynastie wird häufig auch als die Libysche oder auch Bubastidische Dynastie bezeichnet. Manetho gibt die Königsabstammung mit der Stadt Bubastis im östlichen Nildelta an. Ihr Begründer Scheschonq I. kam aus Libyen. Durch geschickte Familienpolitik gelang es ihm, das Reich unter seiner Macht zu vereinen. Scheschonq I. setzte dazu Familienangehörige wie seine Söhne und seinen Bruder in hohe Ämter ein, u.a. in das Priesteramt in Theben.

Scheschonq I. konnte seine Macht bis nach Palästina ausbreiten, indem er das zerfallene jüdische Reich um 925 v. Chr. einnahm.

853 v. Chr. bedrohten die Assyrer den ägyptischen Norden, so dass sich König Osorkon II. genötigt sah, eine Waffenbruderschaft mit den Israeliten und Byblos einzugehen, um das assyrische Heer zurückzuschlagen. Dies gelang ihnen in der Schlacht von Quarqar am Orontes.

Unter Takelot II. kam es 839 v. Chr. zu einem Aufstand der thebanischen Priesterschaft, die von ihm gnadenlos niedergeschlagen wurde. Doch einige Jahre später flammte der Aufstand wieder auf, und es dauerte rund zehn Jahre, bis sich die Wogen geglättet hatten.

Nach Takelots II. Tod begann eine recht verwirrte Zeit, in der sich die Söhne um den vakanten Thron stritten. Der jüngere erklärte sich zum König Scheschonq III. und regierte 53 Jahre lang. Sein älterer Bruder Osorkon IV. wurde 20 Jahre später als Hohepriester von Theben erwähnt.

23. Dynastie

Während der Regierungszeit Scheschonq III. begründete der Prinz Pedibastet im mittleren Nildelta eine neue Dynastie, die in Leontopolis regierte. Die Legitimierung der neuen Dynastie kann darin gesehen werden, dass die Amunspriester in Theben zwei Söhne dieser Dynastie in ihre Dienste aufnahmen. Zudem war die 23. Dynastie wohl auch eng mit der 22. Dynastie verwandt.

24. Dynastie

Auch die 24. Dynastie regierte gleichzeitig mit der 22. und 23. Dynastie im Nildelta. Ihr bekanntester König ist Tefnachte aus Sais, dem es gelang, mit den anderen Dynastien einen Bund gegen die im Süden vorrückenden Nubier zu schließen. Allerdings unterlagen sie um 727 v. Chr. bei Herakleopolis der Streitmacht der Nubier unter Pianchi.

25. Dynastie

Die nubische Priesterschaft

Der Kult des Amun hatte sich während des ägyptischen Neuen Reichs auch in Nubien etabliert und eine machtvolle Priesterschaft hervorgebracht. Genau wie ihr Pendant in Theben begannen sie, ihre Namen in Kartuschen zu schreiben und herrschten wie die Könige. Es wurde sogar ein offizielles Königreich mit dem Namen Napata gegründet. Das Zentrum des Amunkults in Nubien war der Fels von Gebel Barkal.

Der Marsch nach Norden

Der nubische Amunspriester Pianchi schwang sich durch Heirat mit der Tochter des 7. Königs von Napata gegen 748 v. Chr. selbst zum Herrscher auf. Durch die unruhigen Zustände in Ober- und Unterägypten zog er mit seiner Streitmacht in seinem 21. Regierungsjahr gen Norden, um die Allmacht des Amun wieder herzustellen.

In Theben angekommen, zog er die örtliche Priesterschaft auf seine Seite, indem er die Göttliche Anbeterin des Amun Schepenwepet I. veranlasste, seine Schwester als Nachfolgerin zu adoptieren. Dann feierte er dort das Opet-Fest.

Schließlich zog er weiter und besiegte bei Herakleopolis die Allianz der anderen Dynastien, die sich ihm unterwarfen. Diese durften aber weiterhin als Statthalter ihre alten Gebiete verwalten.

Die Nachfolger

Die 25. Dynastie regierte das Reich (hauptsächlich Oberägypten) von Napata aus. Schabaka, der Bruder des Pianchi, regierte nach dessen Tod noch 14 Jahre, danach folgten die Söhne Pianchis Schebitko und Taharqa.

Gerade Taharqas Regierungszeit war immer wieder gekennzeichnet durch die Bedrohung der Assyrer aus dem Osten. 669 v. Chr. fielen die Assyrer unter ihrem König Asarhaddon massiv in Ägypten ein, eroberten Memphis und nahmen fast die gesamte Königsfamilie gefangen. Taharqa selbst konnte allerdings nach Süden flüchten. Die Assyrer folgten und eroberten in der Folge auch Theben.

Taharqas Nachfolger Tanotamun gelang zwar die Rückeroberung Ägyptens bis nach Memphis, doch kurz darauf schlugen die Assyrer unter Assurbanipal entscheidend zurück. Sie drangen bis zur nubischen Grenze vor und verwüsteten bei diesem Feldzug 652 v. Chr. Theben schwer und beraubten es all seiner Schätze.

Quelle: Wikipedia
 
Bild zum Thema
Pinedjem, Hohepriester des Amun-Ra und Pharao der 21. Dynastie im Karnak Tempel (in neuem Fenster)
Pinedjem, Hohepriester des Amun-Ra und Pharao der 21. Dynastie im Karnak Tempel
Literatur zum Thema
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